Donnerstag, 19. November 2009
Ideenwerkstatt allergutendinge, Gartenfeldstr. 8, 55118 Mainz
Hadayatullah Hübsch, Lesung
Einlass: 19.30 Uhr, Beginn: 20.00 Uhr
Eintritt: 4 € / ermäßigt 3 €

Meist sind sie Amerikaner, die Protagonisten der Beat-Literatur. Und so bewegt man sich mit ihnen meist auf einem Highway oder lässt sich durch das „Village“ treiben mit einem sowohl sprichwörtlichen als auch wörtlichen letzten Dollar in der Tasche.

Mit Hadayatullah Hübsch ist der Beat in unserem Kulturkreis angekommen. Da brettert man schon mal über die B23 oder ist gerade irgendwo kurz vor Berlin oder auf dem Weg zu einer Lesung in irgendeinem schrulligen deutschen Kleinstädtchen. Was nicht heißt, dass nicht trotzdem Bob Dylan im Autoradio laufen würde.

Besonders viel Spaß machen z.B. seine Langgedichte aus „Ticktes“ oder „Macht den Weg frei“ (beide erschienen bei Horlemann). Mit viel intelligentem Humor vermischen sich da Vergangenheit und Gegenwart, Reales und Surreales, Sinn und Unsinn zu einem seltsam vertrauten Ort. Wertigkeiten verschieben sich. Im Klappentext von „Tickets“ liest sich das so: „Die abenteuerlichen, langen Erzählgedichte öffnen eine Pforte in den hyperrealen, den surrealen, den virtuellen Raum, in den Bereich, wo sich Unwahrscheinliches zu Normalem auswächst – und umgekehrt.“

Es wäre aber zu kurz gegriffen, Hadayatullah Hübsch auf ein Dasein als deutschen King of Beat zu reduzieren. Bereits 1969 der Glaubensgemeinschaft Ahmadiyya Muslim Jamaat beigetreten, befasste er sich in seinen Büchern und Artikeln auch stets mit dem Islam. „Muslima. Zur Position der Frauen im Islam“, „Die Kosmologie des Islam“ oder „Fanatische Krieger im Namen Allahs. Die Wurzeln des islamistischen Terrors“ – um nur wenige Titel zum Thema zu nennen. Hadayatullah Hübsch, ehemaliger Aktivist der 68er-Bewegung, vor 30 Jahren zum Islam konvertiert und heute Immam Dschuma in der Nuur-Moschee in Frankfurt (Leiter der Freitagspredigt), veröffentlichte seine Aufsätze und Erzählungen in prominenten Tageszeitungen wie der taz, Die Welt oder der Süddeutschen Zeitung und arbeitete acht Jahre für die FAZ sowie als Reporter und Feature-Autor für den Jugendfunk des hr. Zu seinen Veröffentlichungen zählen Hörspiele, ungezählte Beiträge in Zeitschriften und Anthologien, mehr als 100 Printpublikationen und diverse CDs.

Am 19. November 2009 wird der 1946 in Chemnitz geborene Autor im allergutendinge in Mainz lesen (präsentiert von der Ideenwerkstatt allergutendinge und dem gONZoverlag). Auf dem Programm stehen Unveröffentlichtes, Langgedichte, Songs und Highlights aus erschienen Büchern.

„Eine außergewöhnliche, jeglichen bürgerlichen Rahmen des Abendlandes sprengende Erscheinung“ (FAZ)

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