Bisher war mir Zombietum ja nur im Kulturbetrieb aufgefallen. Abgehalfterte Autoren, die – mit unstillbarer Gier und doch blutleer – jeder Chance, jedem Auftritt, jedem Vertrag, jedem Verlag, jedem eventuell als Multiplikator nutzbarem Individuum hinterherhecheln, ungeachtet dessen, ob das nun ihre Seele, ihre Mutter oder die Existenz des Universums kostet. Ich kann ja wirklich viel mit Humor nehmen, aber vor solchen Menschen hab ich echt Angst. Vielleicht auch gar nicht mal vor diesen Menschen, sondern viel mehr vor dem Umstand, vielleicht gar nicht mitzubekommen, selbst so zu werden. Vielleicht ist dieser Prozess ja schleichend, langsam und vor allem unweigerlich. Das ist HORROR im eigentlichen Sinne.

Aber das soll hier nicht Thema sein. Nein, eigentlich wollte ich nur kurz meine Verwunderung darüber kund tun, dass dieses Phänomen wohl auch bei Maklern um sich greift. Willson würde sagen: das einzig wundersame daran ist meine Verwunderung darüber – und er würde sogar recht damit behalten.

Wie verzeifelt muss man sein, wenn man an einem Karfreitag beginnt wüste Fristen („heute oder gar nicht!“) und wirre Vertragsbedingungen (Kaution heute und zwar bar – noch vor der Schlüsselübergabe) zu unterbreiten. Klar, was kann da der Makler dafür, der ist ja auch nur Sklave des Vermieters. Aber genau das meine ich ja. Dieses moderne Sklaventum, das so gerne unter dem Deckmäntelchen der totalen Autonomie daherkommt – traurig anzusehen. Dass man seine Würde zum Teufel jagt, weil man völlig verzweifelt alles tut, um das entsprechende Objekt loszuwerden – statt einfach auch dem Vermieter mal die Stirn zu bieten und gesunden Menschenverstand anzumahnen.

Aber wie gesagt, das gilt ja nicht nur für Makler, das ist mir aus dem Kulurbetrieb ja nur all zu gut bekannt. Was es aber auch nicht besser, sondern nur ein ganzes Stück tragischer macht. Vielleicht steh ich deshalb ja auch so auf Bukowski. Der tut wenigstens nicht so. Da wird es Frühling und alle reden von Leben und vom Wachsen und vom ewigen Kreislauf und so’nem scheiß, fast mantrahaft, selbstbeschwörend – während alles krampfhaft lebendig vor die Hunde geht!

[Der Rest des Artikels wurde aus Gründen der freiwilligen Selbstkontrolle gelöscht…]

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