Im Ameisenreich Großtyphien bricht ein Kriegsgemetzel aus, Liebe erscheint hier fast schon seltsam. Der Ameisenpräsident Kurt hat derweilen „in den langweiligen Schreibtischstuben des Regierungskomplex“ zu tun. Außerdem: Mitten im Wahlkampf kämpft auch er. Da die Medien, aus deren Sicht das Buch geschrieben ist, alle Geschehnisse um den Präsidenten in ein Gutes Licht rücken, liebt ihn sein Volk. Und am Wahltag? Keine Frage wohin mit dem Vertrauen für die bevorstehende zehntägige Legislaturperiode. „Also Kreuzchen bei Kurt und weg damit, wir sind schließlich zufrieden mit ihm, er hat gute Arbeit geleistet.“ So zeigt der Autor Matthias Boosch: Der Politiker macht die Politik. Der Wähler wählt und trägt so die Verantwortung für sich und auch andere, wobei oft die Meinungsmache der Medien nicht als solche wahrgenommen wird. Dass sich das arbeitsame, stets dienende Ameisenvolk prima dazu eignet, ihm menschliche Züge anzudichten zeigten schon Filme wie „Antz“ oder „Das Große Krabbeln“. Jedoch geht der Autor mit seiner Polit- und Mediensatire seinen ganz eigenen Weg. Gut so.

(StuZ, Oktober 2009, von Franziska Martin)

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Ameisen erleben ihren 11. September

Die Rhein Zeitung veröffentlichte am 5.7.2010 diesen Artikel: http://www.mainz-neustadt.de/ameisen.jpg

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„Rache ist der Versuch eine ungerechte Welt zu heilen“

(Aus der unipress vom Juni 2010)

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Ein Ameisenstaat schlägt zurück

(Aus dem Bischofsheimer Lokalanzeiger vom 18.3.2010)

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Kriegerische Ameisen
Frei-Weinheimer Matthias Boosch veröffentlicht Satire auf Busch-Ära

Nach einem Terroranschlag auf den Großen Haufen, das Machtzentrum Großtyphiens, fährt der mächtigste Staat im Wald seinen Kriegsapparat auf. Unzählige  Bienenbomber und Hirschkäferpanzer rücken aus, um die Drahtzieher des Attentates, Felsmeerameisen und Feuerameisen, zu bekämpfen. Die Handlung von „Großtyphien schlägt zurück“ wirkt zunächst skurril und absurd. Bei genauerem Lesen verbirgt sich hinter dem Erstlingswerk des Frei-Weinheimer Autors Matthias Boosch jedoch eine fantasievolle Politik- und Mediensatire auf die amerikanische Außenpolitik der Ära Bush. Das 120 Seiten umfassende Buch stellt die Absurdität des militärischen Rundumschlags und die in den Medien verbreitete Kriegspropaganda überzeugend und unterhaltsam dar. „Die Invasion in den Irak war der erste Krieg, von dem Reporter hautnah berichteten. So ging Objektivität und Distanz zwischen Militär und Medien verloren“, erklärt Boosch seine Gründe, das Thema zu behandeln. Aufgewachsen ist der 28-jährige Student der Buchwissenschaften im hessischen Bischofsheim. Nach einem längeren Aufenthalt in Lettland zog es ihn vor zwei Jahren nach Ingelheim.  Derzeit verarbeitet Matthias Boosch seine teilweise skurrilen Erlebnisse aus dem Baltikum. In der lettischen 9 000- Einwohner-Stadt Limbazi lernte der junge Autor eine ganz andere Lebenswirklichkeit kennen – beispielsweise Menschen, die von 80 Euro im Monat leben und in ihrer Freizeit deutsches Fernsehen schauen, ohne auch nur ein Wort zu verstehen. Die bittere Armut bekam Matthias Boosch am eigenen Leib zu spüren. Er wurde Opfer eines bewaffneten Überfalls, bei dem es die beiden Ganoven ausschließlich auf den Inhalt seines Kühlschranks abgesehen hatten. Dennoch äußert sich der junge Mann positiv über seine Erfahrungen. „Eines meiner Hobbys ist es, neue Menschen kennen zu lernen und zu analysieren. Das habe ich in Bischofsheim und Lettland getan und jetzt sind eben die Ingelheimer an der Reihe“, sagt er lachend. Erschienen ist „Großtyphien schlägt zurück“ im Mainzer Gonzo-Verlag. Die Zusammenarbeit eines jungen Autors mit einem noch jungen Verlag scheint zu funktionieren. Jedes Exemplar ist sehr liebevoll mit einem Linoldruck und einem Ameisen-Lesezeichen gestaltet. Derzeit ist Matthias Boosch mit seinem Werk auf Lesungen im Rhein-Main-Gebiet unterwegs, die von der örtlichen Presse als mitreißend gelobt werden. „Mein Buch schildert die Ereignisse aus der Sicht eines Kriegsberichterstatters. Daher braucht es den Vortrag“, so Boosch. Das hat die Ingelheimer Stadtbücherei als Veranstalter von Lesungen in der Rotweinstadt leider noch nicht erkannt. „Mir wurde gesagt, mein Werk sei zu avantgardistisch. Daher werde ich nun privat eine Lesung organisieren.“ Um die Zeit bis dahin zu überbrücken, kann man Freunden satirischer Literatur Matthias Booschs Erstlingswerk „Großtyphien schlägt zurück“ mit gutem Gewissen ans Herz legen.

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