Trini Trimpop über sein Leben und seinen Debütroman Exzess All Areas.

DENNIS: Du hast von 1 live die Krone für Dein Lebenswerk bekommen. Was genau in Deinem Schaffen hat die Jury deiner Meinung nach dazu veranlasst, Dir diesen Preis zu verleihen?

TRINI: Alle Hosen haben diesen Preis bekommen. Ich persönlich denke nicht, dass ich die Auszeichnung für das erhalten habe, was ICH als mein Lebenswerk bezeichnen würde. Ausschlaggebend für den WDR war, dass ich erster Schlagzeuger, Mitbegründer und Manager der Band war. Das waren zehn exzessive Jahre. Aber: Ich hatte ein Leben vor den Hosen; und eins danach. Was für mich mindestens genauso wichtig ist, sind meine Filme. Humanes Töten war seinerzeit für den Max Ophüls Preis nominiert, und bei Decoder hat William S. Burroughs mitgemacht. Meine Filme sehe ich in der Tradition von Schröter, Herzog, Fassbinder, also der guten deutschen Filmkunst. Aber dann sind mir die Hosen dazwischen gekommen – und plötzlich wurde Film Realität.

DENNIS: Zehn exzessive Jahre bei den Hosen hört sich spannend an… Würdest du vielleicht ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern?

TRINI: Was willst du hören? Drogenexzesse? Orgien? Den typischen Rock’n’Roll? Ich schwöre dir, wir hatten alles, und es grenzt an ein Wunder, dass der harte Kern das überlebt hat. Leichen pflastern mittlerweile unseren Weg. Die ZK live-Platte, damals auf meinem Label Totenkopf erschienen, ist zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung geworden.

DENNIS: Kannst du da nicht ein bisschen ins Detail gehen?

TRINI: Natürlich werde ich hier niemanden kompromittieren, aber viele der Storys, die ich seinerzeit erlebt habe, sind in Exzess All Areas verarbeitet.

DENNIS: Also ist es ein autobiografisches Buch? Du schreibst ja auch in der Ich-Perspektive…

TRINI: Ja und nein. Es ist etwas komplizierter. Das Buch ist ein Roman, die Handlung frei erfunden. Aber natürlich habe ich viele der Dinge, die ich oder Menschen um mich herum erlebt haben, mit einfließen lassen. Alles, was in dem Buch passiert, ist wirklich geschehen. Campino, Kuddel oder DJ Hell, Faust oder Laurence B sowie alle anderen, die mich bei gemeinsamen Exzessen inspiriert haben, finden sich auch in Zügen in den Hauptpersonen des Romans wieder. Ich finde übrigens, es gibt nichts Langweiligeres, als Biographien – außer natürlich die von Pablo Escobar, Hildegard Knef oder das Buch über Led Zeppelin. Wenn also Bio, dann nur die ganz Großen. Ansonsten steh ich mehr auf anglo-amerikanische Undergroundliteratur, Gonzo-Style.

DENNIS: Was ist denn bitte Gonzo, hat das was mit deinem Verlag zu tun?

TRINI: Gonzo-Journalismus wurde geprägt von Hunter S. Thompson, ein amerikanischer Schriftsteller und Journalist, der z.B. Fear and Loathing in Las Vegas geschrieben hat. Die meisten kennen leider nur den absolut großartigen Film mit Johnny Depp. Gonzo bedeutet eine Art fiktive Reportage zu schreiben, in der der Journalismus aus den Angeln gehoben wird. Es geht nicht länger um Objektivität, sondern darum, möglichst subjektiv seine eigenen Erfahrungen zu schildern. Ich mache das in Exzess All Areas, indem ich Figuren gebaut habe, die Collagen aus verschiedenen Menschen sind, die ich in meinem Leben getroffen habe, während meiner Zeit bei den Hosen, meiner Zeit als Musikjournalist, 1992-1998 für die Sendung Keynote, bis heute. Natürlich ist das meiste aus meinem schizophrenen Innenleben, ich bin Zwilling von Sternzeichen. Konny und Sascha, die beiden Hauptfiguren, sind bezogen auf mich so etwas wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde.

DENNIS: Worum geht es eigentlich in dem Buch. Und wie genau kann ich mir diese Hauptfiguren vorstellen?

TRINI: Worum es geht? Pornographie! Sozialsplatter! Ok., vordergründig könnte man denken, es ist ein Buch über Techno, äh, ich meine natürlich Trance. Aber das ist nur der Rahmen für einen Inhalt, der viel tiefer geht.
Ich beschäftige mich schon mein ganzes Leben lang mit Themen wie Sexualität, Philosophie, Mythologie, Soziologie, allerdings genauso oberflächlich wie mein Charakter Sascha mit Spiritualität. Gefährliches Halbwissen – wodurch das Buch ebenso gefährlich für die naiveren unter den Lesern wird. Daraus entstand dann ganz allmählich die Idee, über die Beziehung eines liberalen, frustrierten und desillusionierten Journalisten mit einem libertinären DJ – libertinär bezeichnet eine Person, die sich nicht an moralische und traditionelle sexuelle Normen gebunden fühlt und einen ausschweifenden Lebenswandel führt – zu schreiben. Diese beiden Antihelden gehen auf einen Horrortrip voller Exzesse, Fear and Loathing in Las Vegas-mäßig eben: viele Drogen, die verbotenen wie die von der Gesellschaft akzeptierten, kein Schlaf, endlose Gespräche über Gott und die Welt und ihre widersprüchlichen Lebensentwürfe. Da konnte ich alle meine Themen einfließen lassen.

Ich musste eine Weile überlegen, wer das Buch schreiben könnte, und schließlich brachte mich eine Freundin auf Katja Vaders, mit der ich schon mal ein Musikmagazin machen wollte. Sie hat Literaturwissenschaften studiert, ist Lektorin, hat als DJ gearbeitet und kennt sich in der Undergroundszene aus, die ich beschreiben wollte. Wir haben uns zusammengesetzt und ungefähr neun Monate an unserem geistigen Baby geschrieben. Es war interessant zu sehen, wie dieses Männerbuch, also über Männer von einem Mann konzipiert, von einer Frau ausformuliert wurde, besonders die Sexszenen.

DENNIS: Trini, du bist gerade 60 Jahre alt geworden. Es ist faszinierend, in welchen Genres du dich in den letzten Jahrzehnten rumgetrieben hast…

TRINI: Ich habe Duftmarken hinterlassen, auch wenn das für den einen oder anderen nur nach Pisse gerochen haben mag. Das geht vom Kriminalitätsförderungsclub, meiner ersten Band, bis hin zu diesem Schundroman, der auf keinem Klo fehlen sollte. Zwischendurch habe ich eine Zeit lang diverse TV-Serien und Spielfilme, z.B. Manta Manta, mit Autos ausgestattet und das Show-Tuning designt, sozusagen Pimp my Ride für Arme. Dann meine Zeit als Musikjournalist bei der Sendung Keynote, wie eben schon erwähnt. Ich war der Soca-Ambassador, Produzent vieler kleiner Musikprojekte, habe letztes Jahr Regie für das Musikvideo von Stefan Dettl von LaBrassBanda geführt, Filme gemacht, und natürlich war ich Top-Stürmer in verschiedenen legendären Düsseldorfer Bunte Liga-Mannschaften.

DENNIS: Worauf bist du besonders stolz, wenn du zurückblickst?

TRINI: Ich bin kurzsichtig – soweit kann ich nicht zurückschauen. Da sind aber trotzdem ein paar Dinge, auf die ich besonders stolz bin. Zum Beispiel die direkt verwandelte Ecke gegen LTV 61 in der Landesliga Sauerland. Oder, dass auch noch dreißig Jahre nach Veröffentlichung meiner Filme diese im Rahmen von Festivals oder Retrospektiven, so nennt man das wohl, aufgeführt werden. Und wenn Drei Akkorde für ein Halleluja läuft, können 80 Prozent der Zuschauer den gesamten Film mitsprechen. Das muss man mal erlebt haben. Natürlich auf meine Mitgliedschaft beim Hochschulradio Düsseldorf, dem geilsten Radiosender der Welt! Kann man übrigens auch weltweit im Internet hören: http://www.hochschulradio.de. Und pass mal auf: Wer war der erste, der den Crossover gewagt hat? Ich rede von der legendären Hip Hop Bommi Bop mit Freddy Love, Top Ten Dancecharts New York 1983. Das war Lichtjahre vor Aerosmith, den Lutschern.

DENNIS: Dein Styling scheint auch Lichtjahre entfernt vom üblichen Mainstream…

TRINI: Was soll das denn heißen, du Cretin? Oder meinst du damit etwa, dass die Hosen den Totenkopf gesellschaftsfähig gemacht haben? Stimmt schon: Unser Style war damals absolute Avantgarde, eine Mischung aus Zirkus, zu Punk gewordener Hippieästhetik, Bohème – und sexy war es allemal. Ich finde, Kleidung sollte eine Erweiterung der Persönlichkeit sein. Ich bin Freigeist und liebe Kreativität in allen Lebensbereichen. Ich designe mein Umfeld, wo immer mir das möglich ist. Da gehe ich konform mit Pippi Langstrumpf: Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt.

DENNIS: Also ich fasse mal zusammen: Film, Musik, Fernsehen, Design, Autos… Und jetzt Literatur?

TRINI: Warum nicht? Ich habe immer geschrieben: Tagebuch, Diplomarbeiten, Hosen-Songs, Drehbücher. Der Scheiß will raus. Außerdem: Bei Literatur hast du noch die Möglichkeit, alles zu schreiben, was du willst, ohne dass du zensiert wirst. Ist doch geil, oder? Du brauchst einfach nur einen Stapel Papier, einen Film im Kopf, und schon geht’s los.

DENNIS: Wie ist das Buch entstanden? Wie lange hast Du die Idee mit Dir rumgetragen?

TRINI: Schwer zu sagen, man sammelt über eine gewisse Zeit Ideen. Und eines Tages rief mich ein befreundeter Musikjournalist an. Wir redeten stundenlang über dies und das, und am Ende sagte er: „Trini, schreib doch mal ein Buch.“ Und ich sagte: „Was soll ich denn schreiben? Früher war alles besser? Oder: Was ist aus Punkrock geworden? Nee, ganz bestimmt nicht. Und jeden Tag mehrere Stunden am Schreibtisch… Das bin ich nicht.“ Ich liebe Teamarbeit und habe in meinem Leben eigentlich noch nie etwas alleine gemacht – außer mir einen runtergeholt. Er wollte dann wissen, was mich außer Musik noch interessiert und ich sagte: „Mich interessiert alles, was seit Hunderten von Jahren das menschliche Zusammenleben prägt: Sex, Religion, Philosophie…“ Daraufhin habe ich zu diesen Themen vier Stunden in ein Diktafon geredet, das er mir geschickt hatte. Es ging vor allem darum, wie sich die Bilder von Sexualität in der Popmusik seit Elvis mit seinem Hüftschwung, dem nackten Jim Morrison, der dafür im Knast war, über die ersten Sadomaso- und Bondage-Szenarien, die im Punkrock/Gothic plötzlich als Bilder erschienen sind, bis heute entwickelt haben. Nicht zu vergessen Hip Hop, wo in jedem Video zweitklassige Nutten nicht fehlen dürfen – und das in der doppelmoralischen und puritanisch geprägten USA.

DENNIS: Warum spielt das Buch ausgerechnet auf Ibiza?

TRINI: Ibiza ist mittlerweile DAS Vergnügungs-Mekka für junge Mainstream-Anhänger. Die Insel steht für mich dafür, dass sie eigentlich gar nicht angesagt ist. Ibiza ist das perfekte Setting für den Roman, weil es nicht mehr Underground ist, weil dort DJs im Alter von 40 plus für junge Leute auflegen. Es ist Sodom und Gomorrha, eine Welt der Ekstase, von omnipräsentem Sex und Drogen, und funktioniert gerade deshalb wie ein Magnet, interessanterweise gerade für die bourgeoisen Spießer. Dabei ist es eigentlich eine total abfuckte Szene, und deshalb sollte das Buch dort spielen.

DENNIS: Sind die Parallelen zwischen Buch und Wirklichkeit ein bewusster Kunstgriff à la Hunter S. Thompson? Oder sind die Geschichten, die du erzählst, rein fiktional?

TRINI: Wie gesagt: Alles, was ich da aufgeschrieben habe, ist wirklich passiert. DJ Sascha ist eine Montage aus zwei, drei Typen, die ich kenne. Konny ist der Prototyp der Musikjournalisten, die ich zu meiner Keynote-Zeit zu Hauf getroffen habe. No more Heros anymore, Punkrock, verstehsde? Diese zwei Lebensentwürfe wollte ich gegenüberstellen. Apollon und Dionysos, griechische Mythologie interessiert mich überhaupt. Der eine hat auf das Modell Kleinfamilie und bürgerliche Existenz gesetzt, und der DJ genießt sein Rock’n’Roll-Leben und dass ihm der Arsch nachgetragen wird.

DENNIS: Beim Lesen des Buches bekommt man den Eindruck, du seist radikaler Feminist.

TRINI: Ich als Mann kann Feminismus ja nur theoretisch betrachten, so wie der Papst das Thema Sexualität. Dennoch sehe ich mich als Feminist. Mich interessiert das weibliche Geschlecht, vor allem, was Frauen denken. Denn eine in meinem Sinn emanzipierte Frau ist eine viel aufregendere Partnerin. Vielleicht liegt meine Sensibilität darin begründet, dass ich als kleines Kind gerne mit Puppen gespielt habe und dass ich es auch heute noch liebe, Frauensachen zu tragen, bisweilen Strapse und hochhackige Schuhe, auch schon mal Elfer. Schon während meiner Studienzeit waren Sexfront von Günther Amendt und Das rosarote Mädchenbuch für mich Pflichtlektüre.

Ein einschneidendes Erlebnis hatte ich, als ich Anfang der 90er eine Freundin in New York besuchte, die mich im Rahmen einer Fernsehreportage als Kabelträger in die Lipstick-Lesben-Szene einführte – da kommt normalerweise kein Mann rein. Ich hatte befürchtet, ich komme zu einer Lesbenveranstaltung, wo sie „Schwanz ab“ brüllen und total scheiße aussehen, aber die Frauen waren alle extrem sexy, sogenannte Lipstick-Lesben, die keinen Spaß auslassen und sich gerne feminin stylen. Wie die ihre Orgie zelebriert haben, war voller Zärtlichkeit. Die haben sich eigentlich die ganze Zeit selbst abgefeiert, sich geküsst, an den Titten rumgespielt und auf dem Tisch getanzt. So sollte jede Party sein: kein Problem, Haut zu zeigen, kein Problem, fremde Menschen anzufassen.

Kurz darauf habe ich dann noch die Band Rockbitch persönlich kennen gelernt, total selbstbewusste Frauen, die mit Sex die Welt verändern wollten. Diese Frauen waren Vorbild für die Romanfigur der Jenny, eine neue Generation von Frauen, weit entfernt von Alice Schwarzer, Kristina Schröder oder Ursula von der Leyen.

DENNIS: Du lässt in dein Buch ziemlich viele Themengebiete mit einfließen: von der Aids-Verschwörung bis hin zu mythologischen, historischen und auch aktuellen Diskursen wie der Rolle des neuen Mannes.

TRINI: Ja, das Buch ist vollgepackt mit aktuellen und gesellschaftlich relevanten Themen wie bürgerliche Kleinfamilie im Gegensatz zu einem libertinären Lebensstil, legale und illegale Drogen, Pornografie im Web 2.0., Subkulturen von der Hippiebewegung über den Wiener Aktionismus und den Punkrock bis zum Techno, Sexualität in all ihren Facetten, Vergewaltigung, Prostitution, nicht ausgelebte Homosexualität, die historische Entwicklung von Ibiza, die Spaßgesellschaft, die neue Generation von Frauen, Genderdiskussion im modernen Geschlechterkampf – was will man mehr. Das ist doch DIE Pflichtlektüre für jeden Abiturienten.

DENNIS: Du bist diplomierter Sexualpädagoge, und auch in Deinem Roman geht es viel um Sexualität. Was fasziniert Dich an dem Thema?

TRINI: Ich liebe Sex, und ich finde es total spannend über Sex zu reden. Alle Lebewesen, die zweigeschlechtlich sind, müssen ja, um sich zu reproduzieren, zusammenkommen.

Ich sage immer, da ist dieser erotische Wind, der permanent weht, auf unserer Erde, wahrscheinlich im ganzen Universum. Und ich bin eines von den Lebewesen, die diesen Wind gerne bewusst spüren und ihr Segel hineinhalten. Für mich ist Sex ein Motor; die Gesellschaft hingegen versucht, uns mit Sexualität zu domestizieren, mit Verboten oder Einschränkungen. Das ist ein ganz aufregendes Thema und noch längst nicht ausdiskutiert. Es gibt z.B. unglaubliche Zahlen, wie hoch der Prozentsatz von pornografischem Inhalt im Internet ist: sensationell. Sex ist also ein Thema, das uns beschäftigt, aber trotzdem haben wir ein unentspanntes Verhältnis zu ihm.

DENNIS: Ein weiteres großes Thema in Deinem Buch ist Drogen…

TRINI: Drogen, auch ein faszinierendes Thema. Sie sind Teil der Kulturgeschichte der Menschheit. Was früher in einem schamanischen oder religiösen Umfeld genutzt wurde, ist heute ein bisschen wahllos geworden. Ohne besonderen Anlass werden diese Drogen konsumiert wie Gummibärchen oder zur Leistungssteigerung, zur Förderung der Lockerheit und Kommunikation genutzt. Drogen sollten meiner Meinung nach legalisiert werden, weil dann die Beschaffungskriminalität wegfallen würde. Vielleicht wäre der Afghanistankrieg nicht entstanden, wenn man Drogen kontrolliert kaufen könnte. Allein die Drogenkriege und die Korruption in der Politik: Mittel- und Südamerika, Asien, der CIA… Alle hängen sie mit drin, direkt oder indirekt, sogar der Papst, sagt man. Der gesellschaftliche Schaden ist größer als die paar Junkies. Außerdem bin ich der Meinung, dass Jugendliche mit entsprechender Aufklärung sehr gut mit Drogen umgehen könnten. Als ich 17, 18 war, haben wir Castaneda, Crowley oder das Tibetanische Totenbuch gelesen und hatten damit eine Anleitung in der Hand, diese Drogen zu konsumieren, ohne Schaden zu nehmen. Das hat mich auch später in meinem Leben als Rockstar bei den Hosen niemals in die Situation gebracht, dass mir Drogen gefährlich werden konnten. Viel gefährlicher ist meine Liebe zu schnellen Autos, zum Rasen und damit meine Grenzen auszureizen. Autofahren ist meiner Meinung nach für einen jungen Menschen viel gefährlicher, als Drogen unter Anleitung zu nehmen. Und hinter den Kulissen der DJ-Szene, das weiß jeder, werden haufenweise Drogen genommen, das gehört dazu. Das musste ich thematisieren. Natürlich auch, dass Konny als Vertreter des Bürgertums legale und gesellschaftlich akzeptierte Drogen haufenweise einwirft. Drogen bestimmen unser Leben: Exzess all Areas.

DENNIS: Jetzt, da das Buch erschienen ist, darf man sich doch auch sicher auf Lesungen mit Dir freuen. Steht schon fest, wo man Dich überall sehen und hören kann?

TRINI: Ehrlich gesagt war ich noch nie auf einer Lesung. Das ist nicht mein Ding. Da hab ich keinen Bock drauf. Weder als Publikum, noch als Autor. Aber worauf ich richtig Bock habe, sind Privatlesungen im kleinen Kreis. Also, eine kleine Gruppe von Leuten bucht mich, und ich komm dann in deren Vereinsheim oder Wohnzimmer oder wohin auch immer die wollen.

DENNIS: Wenn ich in diesen Genuss kommen will, was muss ich dann machen?

TRINI: Das läuft über meinen Verlag. Da meldet man sich, entweder ruft man an oder am besten schreibt man eine Mail und die koordinieren das dann.

DENNIS: Apropos Dein Verlag – die haben ja auch einen super Trailer für das Buch produziert. Wo kan man den denn sehen?

TRINI: Bei Youtube findet man den oder auf der Homepag, unter http://www.xsallareas.de. Weil der so gut ankam, soll es demnächst noch eine längere Fassung geben. Vor allem der Typ, der DJ Sascha spielt ist großartig. Der hat mittlerweile sogar eine eigene Facebook-Seite. Gib bei Facebook einfach mal Exzess All Areas und DJ Sascha ein.

DENNIS: Und das Buch kann man wo kaufen?

TRINI: Das Buch bekommst Du eigentlich überall. In Buchhandlungen, bei Amazon. Aber am meisten freut sich mein Verlag, wenn man direkt bei ihm über die Homepage bestellt.

DENNIS: Wie kamst du eigentlich zu einem kleinen Verlag wie dem Gonzo-Verlag?

TRINI: Der Roman ist Gonzo-Style, und wenn dann der Gonzo-Verlag nicht der Richtige ist, welcher dann? Zudem hat unsere Verlegerin das Buch auf Anhieb verstanden. Ein kleiner Verlag mit großen Ambitionen, der was bewirken kann. Ich freu mich drauf.

Das Interview führte Dennis M Stamm 2011 in Köln
Fotos: © Bernward Malaka

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