„In bunten Bildern wenig Klarheit | Viel Irrtum und ein Fünkchen Wahrheit […]“ (J.W. Goethe, Faust I)

Die erste Frankfurter Buchmesse mit einem Stand des gONZoverlags! Und natürlich gibt es von Miss Gonzo mal wieder ein unverbindliches Fotoprotokoll, das ein paar Eindrücke des nicht in Worte fassbaren Spektakels vermitteln soll. Ungephotoshopt und doch ohne Anspruch auf Wahrheitsgehalt.

 

Aufbau am Dienstag, den 09. Oktober 2012. Irgendein Horst hat alle Regale geklaut, die jetzt erstmal wieder müßig zurück geklaut werden müssen und auch für die Beleuchtung ist erstmal langes Schlangestehen bei einer Firma mit dem schrecklich pseudoinnovativen Namen „Die Lösungsmacher“ angesagt. Aber Herr Köglowitz, der seine Nerven seit Jahren an drei Kindern stählt, verhindert schließlich doch eskalative Ausschreitungen der Miss Gonzo, noch bevor alles angefangen hat und schließlich wird doch alles gut. Zumindest für den Moment. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unser schöner Gang C in der Halle 4.1, die angekündigter Weise als „State of the Arts“ gelabelt wurde: mit Tageslichtgedöns, verbesserter Raumluft und besonders blauen Teppichen. Oder so ähnlich. Na, wenn’s der Wahrheitsfindung dient.

 

 

 

 

 

 

 

 

Such mal am ersten Messetag in Frankfurt in Bahnhofsnähe ’nen Copyshop. Und die sympathischen AnwohnerINNEN, die rauchend aus den Fenstern lehnen, sind zwar äußerst kontaktfreudig, allerdings nicht sonderlich ortskundig.

 

 

 

 

 

 

Irgendwann dann doch auf der Messe angekommen und verzweifelt festgestellt, dass dort in meiner Abwesenheit total der Bär steppte. Ein Feuerwerk der guten Laune. Die Kollegen vom Unsichtbar Verlag (Andreas & Nadja), waren schon ganz erschöpft von den sich an diesem Morgen überschlagenden Ereignissen.

 

 

 

 

 

 

Daniel Prohart, Illustrator des Katzenkönigs, läuft zu seiner Illustrationsstunde am Stand auf.

 

 

 

 

 

 

Morgens um halb neun in Deutschland. Eine (wie ich schätze) Japanierin fragt mich mit großen Augen, ob in diesem Haus wirklich sooo viele Menschen leben. Ich bin leicht verwirrt, beschließe aber dennoch meinen Weg in die Halle fortzusetzen. Die junge Frau habe ich nie wieder gesehen.

 

 

 

 

 

 

Andrea Mohr schlägt auf der Messe auf. Nachdem sie ca. zwei S-Bahnen verpasst hatte, war ich geneigt gewesen, entweder selbst die Leseinsel der jungen Verlage zu stürmen und nackt aus „Madame Chérie“ zu lesen oder einen glühenden Vortrag über die Überbewertung von Autorenlesungen zu halten. Dies beides blieb mir erspart. Manch anderes hingegen nicht.

 

 

 

 

 

 

Na dann mal ab auf die Leseinsel, Frau Mohr!

 

 

 

 

 

 

 

 

Letztes vorbereitendes Ordnungsschaffen für die Lesung…

 

 

 

 

 

 

Die Hüllen fallen, die Laune steigt und selbst durch die verbesserte Raumluft ist bislang keine nennenswerte Atmungserleichterung zu verzeichnen.

 

 

 

 

 

 

Auflockerung der Lesung durch fröhliches Plaudern mit dem interessierten Publikum.

 

 

 

 

 

 

Später am Tage trudelt dann auch Howard Marks ein, den ich leider ein bisschen warten lassen musste, weil ich das blöde Tor Süd nicht gefunden habe. Aber zum einen gibt es zum Glück nur vier Himmelsrichtungen und zum anderen bin ich ja auch Verleger und kein Pfadfinder.

 

 

 

 

 

 

Erste Autogramme.

 

 

 

 

 

 

Und auch Andrea ist zurück von ihrer Odyssee über die Messe. (Schicken Sie niemals Andrea Mohr oder Stefan Gaffory oder noch schlimmer: beide zusammen alleine über eine Messe, und sei es auch nur zur 50 Meter entfernten Toilette – es sei denn, Sie möchten Sie unwiederbringlich verlieren.)

 

 

 

 

 

 

Und dann irgendwie doch froh, als die schnarrende Stimme über Lautsprecher sagt: Sehr geehrte Damen und Herren, in wenigen Minuten schließt die Frankfurter Buchmesse…“. Kippen raus und Wein auf, durchzählen, wer den heutigen Tag alles überlebt hat und mit dem Kopf ein bisscehn an den Messestand schlagen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Thank God, it’s Friday! Mein Persönlicher Messetieftag, warum auch immer. Dabei war alles recht ruhig und nett, Daniel hat wieder illustriert. Ein angenehmer Zeitgenosse, der auch noch was auf dem Kasten hat. Bei dieser Gelegenheit von Herrn Köglowitz erklärt bekommen, was Crosspromotion sein soll. Aha.

 

 

 

 

 

 

Immer noch Daniel beim Zeichnen.

 

 

 

 

 

 

Samstag. Besuchertag. Und Signierstunde mit Howard Marks bei uns am Stand.

 

 

 

 

 

 

Howard hat echt ein Händchen für seine Fans. Always very charming!

 

 

 

 

 

 

Dümmste Frage während der Signierstunde: „Ist das der echte Mr. Nice?“ Nein Alter, ich hab einfach irgendwen auf der Straße aufgelesen, der ihm ähnlich sah und dessen Englisch so schlecht klang, dass man es für Walisisch hätte halten können. Im Anschluss signiert Mick Jagger, dazu muss sich der Typ hier aber kurz was anderes anziehen.

 

 

 

 

 

 

Erstaundlich, was die Fans alles zum Signieren dabei hatten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Zwischendrin kam ein netter Herr vom Buchmarkt vorbei und poste mit dem Katzenkönig – allerdings hab ich in dem ganzen Trubel mit Howard im Rücken nicht ganz verstanden, wieso er Katzenohren trug und was eigentlich die Frage war. Schien aber sympathisch verrückt zu sein.

 

 

 

 

 

 

Hatte natürlich zu wenige Signierkarten dabei. Mit so vielen hatte ich auf der Messe dann doch nicht gerechnet.

 

 

 

 

 

 

Ja, und auch ich war da. Nach dem Signieren mit Howard eine ganze Weile im Parkhaus gestanden und über dies und das gequatscht. Über Bücher, den Umgang mit Fans, das Festgelgtsein auf ein bestimmtes Image, seinen Krimi, die Kommerzialisierung des Undergrounds undundund. Eines der angenehmsten Gespräche auf der Messe. Wobei man den Knoten im Hirn erst mal lösen muss, von Howard als unverbesserlichem Philanthropen selbst für (messebedingte) Ausbrüche schreiender Misanthopie Verständnis zu ernten. Da sagt er dann ernsthaft im gößten Geschubse und Geschiebe und Gedränge, das mich zum Ausrasten bringt, mit seiner tiefen, hypnotischen Stimme, mit der er vermutlich sogar Staubsauger verkaufen könnte: „Du musst eben Geduld mit ihnen haben.“ Ich denk mal drüber nach.

 

 

 

 

 

 

Juchuuuuuu! Josef war da! Das hat mich echt gefreut. Und im Hintergrund: Stefan Gaffory. Das hat mich natürlich auch gefreut, aber das wusste ich ja vorher.

 

 

 

 

 

 

Showtime im ZOOM in der Brönnestraße in FFM. Howard als Inro erstmal solo über die Kulturgeschichte des Rauchens und darüber, was man sich alles verbieten lassen muss.

 

 

 

 

 

 

Und dann geht die eigentliche Show los: Pit, Robert, Mary-Anne und andere Musiker begleiten Howard auf der Bühne. It’s only Rock’n’Roll – but I like it!

 

 

 

 

 

 

Im Hintergrund geile Visuals. Nur leider hätten gerne ein paar mehr Leute da sein dürfen.

 

 

 

 

 

 

Man hat schon den Eindruck, dass er sich auch ind er Rolle des Sängers gefällt. Man kann ja auch mal was anderes anderes machen, nicht wahr?

 

 

 

 

 

 

Last Song for tonight…

 

 

 

 

 

 

 

 

Und nach der Show von Howard noch nebenan im Cave Stefan, Nadja und Dirk aufgegabelt. Doch nix anderes zum Pennen gefunden und schließlioch mit viel zu vielen Menschen in viel zu wenigen Wohnwagen geschlafen – und doch fast erfroren. Schlimmer als das aber die Tatsache, dass nach wenigen Stunden Schlaf ersthaft Herr Köglowitz anfängt, Kaffee und Eier zu machen und zu frühstücken! Zu Weihnachten bekommt er von mir einen Gartenzwergwohnwagensalzstreuer. So könnt ich nicht sein!

 

 

 

 

 

 

Es ist mir bis heute nicht klar, wie wir das geschafft haben, aber irgendwie saß Stefan Gaffory dann doch am Sonntag um 10.00 Uhr auf der Leseinsel der jungen Verlage – und las, während durch meinen Kopf eine Blaskapelle stampfte und Samba de Janeiro spielte.

 

 

 

 

 

 

Ein kleines Mädchen, das sich unters Publikum mischte, sah zwar am Ende so aus, als hätte sie mehr Fragen als Antworten in dieser Stunde erhalten, blieb aber tapfer bis zum Schluss. Gute Schule für’s Leben, würd ich sagen.

 

 

 

 

 

 

Hab ja selbst die „Kreisklassenhölle“ lange nicht mehr gelesen und drum über einige Stellen gut gelacht.

 

 

 

 

 

 

 

 

Aber irgendwie war ich dann doch froh, als alles rum war. Der Abbau war noch eine totale Katastrophe mit viel im Regen stehen und mit einem brüllenden, völlig überforderten Polizisten, dem fast die Halsschlagader geplatz wäre und Bussen, die nur noch in eine Richtung fuhren und einem alten, hessischen Opa, der keine Ahnung von nichts hatte, mir aber unbedingt die Welt erklären musste und mich freundlicher Weise darauf hinwies, dass es Unsinn sei, jetzt auf die Messe zu wollen, da sei ich zu spät, die jetzt nämlich rum. Aber das ist eine andere, lange Geschichte, die mich auf den letzten fünf Metern noch mal extrem viele Nerven gekostet hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

Und so endet auch dieses Kapitel in den Annalen der Geschichte des gONZoverlages. Und das schlechteste Kapitel war es nicht. Es hat mich riesig gefreut, viele, viele liebe Menschen mal wieder gesehen zu haben. Ob nun Stefan Gaffory und Daniel Prohart, Marcus Roloff, Michael Broellochs (danke!) & die Camelots im weitesten Sinne, Howard, Cordula, Fadja, Andrea, auch Kersten Flenter mal wieder getroffen zu haben, hat mich riesig gefreut, Jörg Sundermeier (auch wenn ich gar nicht dazu kam, mich mal länger mit ihm zu unterhalten), mit Werner Pieper war’s wie immer sehr anregend und inspirierend, auch Marcus van der Kolk, wenn auch kurz, gesehn zu haben, hat mich gefreut, Dirk Bernemann ist natürlich auch immer ein angenehmer Zeitgenosse, Nadja, die grade ihr Volo beim Unsichtbar Verlag macht, besser kennengelernt zu haben, war mir ebenfalls ein Vergnügen und mal wieder einen Stand mit Herrn Köglowitz geteilt zu haben selbstredend sowieso („Das Auge bleibt immer am Chaos hängen“ – ???). Und all die neu kennengelernten wie Ines und Eva oder Sinisha und all die anderen netten Nachbarständler: Es war mir ein Fest. Danke für diese bunten und verrückten Tage!