Fast schon eine liebgewonnene Tradition: Der rückblickende Bilderrausch zur Leipziger Buchmesse. Ebenfalls liebgewonnene Tradition: Dieses Spektakel in den heiligen vier Wänden des Unsichtbar Verlags zu zelebrieren. Ingwertee am Mann? Beamer läuft? Zimmer is abgedunkelt? Alle von der Kippenpause zurück? Kanns losgehen? Achtung im Wohnzimmer, noch zehn. Und bitte!

IMG_4109Ankunft an der Messe. Übertrieben idyllisch.

IMG_4110Während alle anderen fertig mit dem Aufbau das Gelände verlassen, schlagen Unsichtbar und gONZo auch endlich auf.

IMG_4114Sorry, fand ich halt hübsch.

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Schöne inhaltliche Brücke: Nach zwei Monaten ElectriCity nun Leipziger Messe. (Irgendwie muss ich neuerdings bei Pylonen immer an Kraftwerk denken.)

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Hätte irgendwer ja auch vorher mal dazu sagen können, dass das so leicht nich is, übergangslos Mustertapete an die Wände zu kleben. Zumal, wenn die Zeit so knapp is und man, merde, wie heißt das Wort?, Tapetenmesser hat, die Löffeln in Dingen Schnittpräzision echt Konkurrenz machen. Da hätten wir mal lieber alles schwarz abgehängt. Welcher Trottel wollte stattdessen lieber Tapete haben? (Welcher andere Trottel hat sich dazu überreden lassen?)

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Aber Herr Köglowitz wäre nicht Herr Köglowitz, wenn wir das nicht doch noch rechtzeitig hinbekommen hätten.

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Passt doch. (Komisch, bei Ventil sieht das immer total gut aus.)

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Der nächste Morgen. Vorsichtiger Blick aus Bunker 1, ob die Bären große Verwüstungen hinterlassen haben. Aber auch hier wusste Kollege Köglowitz Rat: Solange man die Tapete auf links dreht, können einem die Bären nichts anhaben. Und so haben wir auch das gut überstanden. Zumindest Bären waren es keine, die uns zum Verhängnis wurden. Der saukalte Boden und die maximal als laukalte morgendliche Dusche beschreibbare Berieselungsanlage sowie die sporadisch anspringenden Heizlüfter, die mich des Nachts stets von startenden Flugzeugen haben träumen lassen, hätte ich gelegentlich gerne gegen Bären getauscht.

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Man ist ja nie bereit, aber irgendwann kommen sie eben trotzdem. Na dann mal  los.

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Super Intro: Erstmal einen Sekt mit Tom Bresemann – und Peter, der sich aber auf das Einschänken beschränkte.

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Ines & Barbara.

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Ach nee, guck an, Mainzer in Leipzig.

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Spontan das richtige Buch zur aktuellen Lebenssituation gefunden, das die nette Interessentin selbstverständlich nicht gekauft hat. Darf man ja auch gar nicht. Und wenn uns eins ganz wichtig ist, dann ist das regelkonformes Verhalten.

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Die Kollegen am Stand gegenüber sehen schon nach wenigen Stunden Messe so aus, als hätten sie mehrere Wochen dieses Events hinter sich.

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Für jeden das richtige dabei.

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Coole Tasche. Geile Bücher für geile Leser. gONZo-Leser erkennt man eben an ihrem guten Geschmack.

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Abendlicher Stau auf dem Weg ins Auenland. Außer an dem Abend, an dem ich nicht im Auto saß. Erzählt man sich.

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Voll die Stimmung in Bunker 1. Aber im Gegensatz zum nächsten Morgen kann Pablo da noch eigenständig sitzen, ohne sich festzuhalten.

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Nette Runde. Schön, mit Roger vom Nachtschattenverlag und Ines. Man sollte mehr kollaborieren. Sehr richtig!

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Noch mehr (Ex-)Mainzer! Alle Jahre wieder – gibt es diese Mainzer, die man in Mainz nie trifft, aber immer auf der Messe in Leipzig. Noch so ne Tradition. Traditionsreicher Verlag, dieser gONZoverlag.

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Spontane Lyrikperformancefixierung. Großes DANKE an Peter.

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Aber nicht alle Fotos sind so total bescheuert gestellt und es ging auch mal so richtig dolle tiefsinnig am Stand zu. Vor allem, als die Beatpoeten aufschlugen.

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Sehen selbst vor den krautigsten Büchern gut aus: Die Beatpoeten. Schöne Menschen entstellt eben nix. Nicht mal gONZo-Bücher.

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Sagte ich schon, dass es eine harte Nacht für Pablo war?

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Fragt mich jetzt bitte bloß nicht, was Nadja und Pablo da völlig Entgrenztes tun. Mit mir hat’s schon mal nichts zu tun.

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Ähm, bitte was?!? „Rückblick auf den Feminismus“? Is der auch schon wieder rum? Aus diskussionsvermeidenen Gründen hektisch als beendet erklärt? Ich krieg aber auch echt gar nix mehr mit, seit ich in Düsseldorf bin.

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Nach einer denkwürdigen Taxifahrt mit Tell-Laura-I-Love-Her-Beschallung, die alles andere als deeskalierend auf mich wirkte, zunächst in der falschen Lesung gestrandet und zwei obskuren Damen beim Unisonolesen von Schneckensexphantasien zugehört. Mich derweil gefragt, wie ich Pablo, der unbedingt zu dieser Veranstaltung wollte, erklären kann, dass ich vielleicht doch der falsche Verlag bin und die Durchführbarkeit meiner diversen Fluchtideen auf ihre Durchführbarkeit überprüft, bis er mich verwundert anschaute und sagte, dass er glaube, dass wir hier falsch seien. Große Erleichterung meinerseits. Dann in einer Lesung von Klaus Theweleit vorbeigeschneit (Kommentar der Dame an der Lesung: „Sie können da nicht rein. Da liest grade jemand.“ Hat sich das schon rumgesprochen, dass man Angehörige des gONZoverlags besser nicht zu fremden Autoren lässt?) – immer gerne, war aber immer noch nicht das, was wir suchten. (Stefan Gaffory hätte einen Höllenspaß mit den Schnecken-Ladies gehabt.) Schließlich dann aber doch noch beim Wolfgang Frömberg, Anselm Neft und Daniel Ketteler angekommen. Wahnsinn in der Gesellschaft oder so.

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Während Pablo wegen mangelnden Urinalen mit Genervtsein und Anselm kleinteilig mit dem Beschreiben einer Handamputation beschäftigt war, tat es einen übertrieben theatralisch lauten Schlag und der nette Zuhörer neben mir wurde binnen Sekunden zum leichenblassen Nichtmehrzuhörer vor meinen Füßen auf der Holztribüne (Aufmerksamkeitsjunkie!). Sein Bewusstsein ward allerdings mit vereinten Kräften wiedergefunden. Leider weiß ich dadurch allerdings nicht, wie das mit der Amputation ausging.

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Schon wieder ein Morgen danach. Die zwei vorne im Auto ärgern sich, dass sie kein Ritalin für Andy und mich dabei haben, Andy nimmt einen tiefen Schluck aus meiner Wasserflasche und behauptet ernsthaft geglaubt zu haben, es handele sich um Wasser und Pablo glaubt aus der Sache rauszukommen, indem er angestrengt so tut, als würde er die Bild-Zeitung lesen.

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Vier Ausstellerausweise, fünf Personen, ein Problem: Da musste Andy eben mal kurz so tun, als sei er eine gelangweilte Jacke. Man nahm ihm die Rolle bedenkenlos ab.

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Als er dann wieder er selbst sein durfte, hat er so Schriftstellerzeugs gemacht wie Büchersignieren. Ganz normaler Tag im Büro halt.

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Wir waren offensichtlich nicht die einzigen, denen die Messeluft nicht so gut bekam. Schade, dass dieses Foto keinen Ton beinhaltet. Ich musste leider sehr laut lachen.

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Zum Runterkommen hab ich dann erstmal ein Schneemännchen gebaut. Konnte aber keine Augen finden und gab dann auf. Außerdem wollte keiner mitmachen.

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Frau als Gebüsch. Ich sagte es bereits: Messe bekommt nicht jedem.

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Matthias Bröckers & Ulrich Holbein (von links nach rechts).

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Leser, der sich spontan als Rezensent entpuppte.

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Der Menschel again, diesmal mit politischem Anstrich.

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Kommt schon, was fehlt in diesem Bild? Ihr dürft die Fotos der letzten Jahre zur Hilfe nehmen. (Antwort: Andrea Mohr.)

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Die Beatpoeten luden uns grandioser Weise ein, Pablos „Südwestwärts 1&2“ in einer gemeinschaftlichen Co-Agitation zu präsentieren. Und zwar im Schlechten Versteck, wo wir ja auch im letzten Jahr schon waren (aus Gründen, die ich nicht verstanden habe, durften wir wiederkommen). Während wir also auf die Herren Beatpoeten warteten, Miss Gonzo messetot und schlecht gelaunt war, lauschte Pablo einem Exkurs von Phillip über Absinthpfeifen und Meister Lampe. Das Absinth-Trinken hab dann ich übernommen. Irgendwer muss ja auch die Drecksarbeit übernehmen.

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Geht halt ma ins Schlechte Versteck und probierts aus.

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Fasst den Abend eigentlich ganz gut zusammen.

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Pablo, der geilerweise von Costa untermalt wurde. Also, ich fands grandios.

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Und die Beatpoeten sind sowieso und überhaupt und immer grandios. Selbst, wenn man vorher schlechte Laune und nachher nen Absinth-Rausch hat. Oder grade dann?

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Und was lernen wir daraus? Wenn Christian Ritter auf der Leseinsel liest, kommt man danach eben mal ne Stunde nicht in den eigenen Stand rein. Wäre aber besser gewesen, das wäre so geblieben, denn als ich wieder reinkonnte, empfing mich eine klassische Versuch-Auf-Jeden-Fall-,-Ihr-Keine-Zu-Scheuern-Situation. Frau, die sich sagen ließ, dass das in ihren Händen „Lyrik“ sei, fragte: „Ah, Lyrik. Ja, haben Sie denn auch Gedichte?“ Miss Gonzo: „Da haben Sie aber Glück, außer Lyrik haben wir nämlich tatsächlich auch Gedichte!“, entwendet ihr daraufhin Hübsch und drückt ihr Frömmig in die Hand. „Wissen Sie, ich hab ja schonmal Gedichte gekauft. Das war aber dieser andere Autor, also nicht der Frömmig.“ Is scho recht, der andere der zwei deutschen Gedichtdichter.

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Am letzten Messetag hatte auch Herr Köglowitz mal die legendenbildende Idee, ein Foto zu machen. Diese exotische Idee lässt sich sicher ziemlich teuer verkaufen.

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Felix vom Landboten – Büchertausch zum Messeende.

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Irgendwer kommt doch immer um fünf vor zwölf. Schön, wenn es ausgerechnet Andreas Weber ist. Was es an dem Tag zu lachen gab, weiß ich allerdings wirklich nicht.

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Die bisherigen Bilder lassen es zwar nicht vermuten, aber es gab tatsächlich auch noch andere Verlage auf der Messe und die Nachbarschaft war extrem nett: Neben den direkten Nachbarn Salis und Milena waren noch Ventil, Orangepress, die Verbrecher und viele andere Tolle drumherum.

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You remember: Schon mehrfach hier aufgetaucht. Peter, langsam ebenfalls selbst durch Kaffee nicht mehr zu retten.

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Abbau. Erst von Miss Gonozo, dann des Standes.

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Runter geht dann irgendwie schneller als drauf. Und als nach dem finalen Gong alle klatschen und jubeln, fühlt es sich im Kopf tatsächlich so an, als sei ein Flugzeug gelandet. (Vielleicht sollte man das öfter mal machen. Zum Beispiel nach geglückter Handamputation im Aufwachraum dem Chefarzt applaudieren. Sorry, ich merk grade selbst, dass der Witz ins Leere zu laufen droht. Dabei wollte ich doch nur eine innergeschichtliche Verbindung zu bereits Gelesenem schaffen.)

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Fade out.

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Letzter Gang Richtung Haupthalle.

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Verzweifelte geheime Botschaften auf dem Weg nach draußen. Hatte leider keinen Edding zur Hand, um darunter zu schreiben: „Aber wir kommen doch wieder!“

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Und so endet mal wieder alles, wie es begann: Übertrieben idyllisch. Abgang Miss Gonzo. „Und dann kam ein langer, harter Winter.“ „Und alles andere ist Geschichte.“

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